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Meinungs- und Pressefreiheit

Das Recht darauf, seine Meinung und seine Gedanken frei zu äußern, findet sich bereits in der „Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte”, die im Zuge der Französischen Revolution 1798 verkündet wurden.

Heute zählt die Meinungsfreiheit zu einem wichtigen Menschenrecht und wird in weltweiten internationalen Menschenrechtsdokumenten garantiert, so etwa in der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte”, die 1948 von der UN-Generalversammlung verabschiedet wurde oder in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union, Art. 11. Ebenso erfahren Meinungs-und Pressefreiheit auch durch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, vgl. Art. 5 GG, Art. 18 GG, sowie durch die Bayerische Verfassung einen besonderen Schutz.

In der Bayerischen Verfassung lauten die entsprechenden Grundrechtsartikel wie folgt:

Art. 110 Recht der freien Meinungsäußerung:

(1) 1Jeder Bewohner Bayerns hat das Recht, seine Meinung durch Wort, Schrift, Druck, Bild oder in sonstiger Weise frei zu äußern. 2An diesem Recht darf ihn kein Arbeits- und Anstellungsvertrag hindern und niemand darf ihn benachteiligen, wenn er von diesem Recht Gebrauch macht. (...)

Art. 111 Pressefreiheit:

(1) Die Presse hat die Aufgabe, im Dienst des demokratischen Gedankens über Vorgänge, Zustände und Einrichtungen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wahrheitsgemäß zu berichten.
(2) 1Vorzensur ist verboten. 2Gegen polizeiliche Verfügungen, welche die Pressefreiheit berühren, kann gerichtliche Entscheidung verlangt werden.

Anregungen und Materialien für den Unterricht

Internationaler Tag der Pressefreiheit am 3. Mai

In der Rangliste der Pressefreiheit 2021, die jährlich von „Reporter ohne Grenzen“ veröffentlicht wird, befindet sich Deutschland auf Platz 13 von 180; damit rutschte Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um zwei Plätze ab, hält sich aber im oberen Mittelfeld der EU-Staaten. Die oberen Plätze, auf der Rangliste der Pressefreiheit 2021, werden ausschließlich von demokratischen Ländern mit funktionierender Gewaltenteilung belegt. So formuliert auch das Bayerischen Pressegesetz (Artikel 3): „Die Presse dient dem demokratischen Gedanken“.
Die Corona-Pandemie hat in den letzten beiden Jahren jedoch repressive Tendenzen verstärkt; in 73 von 180 Ländern wird die freie Berichterstattung eingeschränkt oder sogar vollständig blockiert. Die Länder Turkmenistan, Nordkorea und Eritrea belegen wie im Vorjahr die hintersten Plätze; eine freie Berichterstattung ist in diesen Ländern nicht gegeben.
Vor diesem Hintergrund erscheint es besonders wichtig, die Schülerinnen und Schüler dafür zu sensibilisieren, dass Meinungs- und Pressefreiheit enorme Errungenschaften sind, die für eine Demokratie unverzichtbar und keineswegs selbstverständlich sind. Deshalb und um auf Einschränkungen und Verletzungen der Pressefreiheit aufmerksam zu machen, findet seit 1994 jährlich am 3. Mai der Internationale Tag der Pressefreiheit statt. Dieser Tag kann ein Anlass sein, die Meinungs- und Pressefreiheit sowie die Rolle der Medien im Unterricht zu thematisieren.

Stundenanregung: Pressefreiheit - wie wichtig ist sie für die Demokratie? (Basisstunde)

Diese Stunde eignet sich als Einstieg. Die Schülerinnen und Schüler erwerben anhand des Films „Medien – warum die 4. Gewalt für die Demokratie wichtig ist” Grundkenntnisse zum Thema.

Schularten: Mittelschule, Realschule, Gymnasium (erprobt), FOS/BOS, Wirtschaftsschule 

Jahrgangsstufen: ab 8 

Zeitumfang: 45 Minuten

Fach/Fächergruppen: Sozialkunde, Geschichte, Deutsch, Politik und Gesellschaft

Stundenvorschlag

Stundenanregung: Medien - wieviel Macht haben sie?

In dieser Unterrichtsstunde gehen die Schülerinnen und Schüler dder Fragestellung nach, wie viel Macht die Medien haben. Dies wird unter anderem durch eine vergleichende Analyse verschiedener Nachrichtensendungen beantwortet. Am Ende der Stunde schätzen die Jugendlichen in Form einer Thesen-Rallye an einzelnen Beispielen die Wirkungsmacht von Medien ein. Im Vorfeld der Stunde sollten sich die Schülerinnen und Schüler idealerweise schon mit dem Thema Medien im Allgemeinen beschäftigt haben.

Schularten: Mittelschule, Realschule (erprobt), Gymnasium

Jahrgangsstufen: ab 8 

Zeitumfang: 90 Minuten

Fach/Fächergruppen: Sozialkunde, Geschichte, Deutsch, Politik und Gesellschaft, GPG

Stundenvorschlag

Material zur Thesen-Rallye

Stundenanregung: Pressefreiheit – wie wichtig ist sie für die Demokratie?

In einer Doppelstunde beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Bedeutung der Pressefreiheit. In einer Abschlussdiskussion stellen sie Überlegungen an, warum das Medium „Twitter” für einen Unternehmer und Milliardär interessant sein könnte.

Schularten: Mittelschule, Realschule, Gymnasium (erprobt)

Jahrgangsstufen: ab 8 

Zeitumfang: 45 Minuten

Fach/Fächergruppen: Sozialkunde, Politik und Gesellschaft, GPG

Stundenvorschlag


Digitale Schülermedienwoche 2022

In der Woche vom 02. bis 05. Mai 2022 findet eine digitale Schülermedienwoche statt.

Anlässlich des jährlich am 3. Mai stattfindenden Tag der Pressefreiheit, finden in dieser Woche 14 digitale Veranstaltungen mit Medienhäusern aus ganz Bayern statt. Der Schülermedientag findet als Kooperation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit mit zahlreichen regionalen und überregionalen Medienhäusern statt.

Die Veranstaltungen sind in der Regel für Schülerinnen und Schüler ab der 8 Jahrgangsstufe geeignet.

>> Mehr Informationen 

Weitere Informationen:

 

 


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