Die Kommunalwahl als Thema in der Schule
Die Behandlung der Kommunalwahl in der Schule dient der Vermittlung grundlegender Kenntnisse über demokratische Mitbestimmung auf kommunaler Ebene. Hier werden Entscheidungen getroffen, die den Alltag der Menschen direkt beeinflussen – von der Ausstattung der Schulen über Verkehrsplanung bis hin zu Angeboten für Jugendliche und Familien. Gerade deshalb ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler ein Verständnis für kommunale Politik, Teilhabe und Mitbestimmung entwickeln.
Die Auseinandersetzung mit der Kommunalwahl wird im Unterricht altersangemessen umgesetzt. Sie kann auch im Rahmen der Verfassungsviertelstunde an allen Schularten thematisiert werden. Durch den Einsatz geeigneter Materialien werden zentrale Aspekte kommunaler Demokratie und politischer Verantwortung sowie Beteiligungsmöglichkeiten sachlich und adressatengerecht thematisiert.
Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler dazu befähigt werden,
- demokratische Strukturen und Abläufe auf kommunaler Ebene zu verstehen,
- politische Entscheidungen und Verantwortlichkeiten vor Ort nachzuvollziehen,
- eigene Standpunkte zu entwickeln und zu begründen,
- Beteiligungsmöglichkeiten kennenzulernen und aktiv zu reflektieren.
Das Thema lässt sich über alle Jahrgangsstufen hinweg didaktisch variieren – von der einfachen Erklärung der Grundideen bis hin zur komplexen Auseinandersetzung mit dem Wahlrecht, politischen Programmen oder Beteiligungsmöglichkeiten.
Mögliche Zugänge im Unterricht
Je nach Schulart und Jahrgangsstufe kann die Kommunalwahl beispielsweise
- als Sachthema behandelt werden (Aufgaben von Gemeinde, Stadtrat, Bürgermeister etc.).
- zum Vergleich politischer Ebenen (kommunal – Landes- – Bundesebene) genutzt werden.
- als Anlass für Gespräche über Mitbestimmung, Verantwortung und Beteiligung dienen.
- mit Beispielen aus dem unmittelbaren Lebensumfeld (Schule, Wohnort, Freizeitangebote) verknüpft werden.
- konkrete Mitwirkungsmöglichkeiten je nach Wohnort (Kreisjugendring, Jugendparlamente) thematisieren.
- zur Analyse von Wahlplakaten genutzt werden.
- zur Einordnung von Wahlrecht und Wahlgrundsätzen bei Kommunalwahlen (z. B. allgemein, frei, gleich, geheim) dienen.
- zur Klärung von Kandidaturen und Wahllisten auf kommunaler Ebene genutzt werden.
- zur Betrachtung der Bedeutung von Wahlbeteiligung bei Kommunalwahlen herangezogen werden.
- zur Nachbereitung von Kommunalwahlergebnissen im Hinblick auf Mehrheiten und Zusammensetzung kommunaler Gremien dienen.
Weitere Einbindungsmöglichkeiten des Themas bieten der Besuch einer Gemeinde- oder Stadtratssitzung, ein Rathausbesuch, Recherchen (z. B. zu Kandidatinnen und Kandidaten für das Bürgermeisteramt oder den Gemeinde- bzw. Stadtrat), die Formulierung eigener Anliegen an den Bürgermeister bzw. die Bürgermeisterin oder auch das Ausfüllen eines Wahlzettels zum Kennenlernen des Wahlvorgangs.
Mit Blick auf Aktivitäten von Abgeordneten an Schulen ist weiterhin das Kultusministerielle Schreiben von 2013 (KMS II.1 – 5 S 4600 – 6a.7272) zu beachten.
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