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Krieg im Nahen Osten: Der Iran

Die politische Situation im Iran ist gegenwärtig durch tiefgreifende innen- und außenpolitische Spannungen gekennzeichnet. Seit Ende Dezember 2025 kam es im Land zu wiederholten Protesten, die ursprünglich durch wirtschaftliche Probleme (u. a. hohe Inflation, Arbeitslosigkeit und wachsende wirtschaftliche Unsicherheit) ausgelöst wurden, sich rasch ausbreiteten und auch gegen die religiöse und politische Führung richteten. Die iranische Regierung reagierte mit harten Repressionsmaßnahmen, darunter Massenverhaftungen, Internetbeschränkungen und beschleunigte Gerichtsverfahren, was international Kritik an Menschenrechtsverletzungen auslöste. Gleichzeitig bestehen innerhalb der politischen Elite unterschiedliche Auffassungen über Reformen, den Umgang mit internationalen Sanktionen und die wirtschaftliche Ausrichtung des Landes. 

Außenpolitisch sind die Beziehungen zu westlichen Staaten, insbesondere den USA, seit langem angespannt, auch aufgrund des iranischen Atom- und Raketenprogramms. Am 28. Februar 2026 eskalierte die Lage jedoch, als die USA und Israel koordinierte Luft- und Raketenangriffe gegen Ziele in Iran durchführten. Der Iran reagierte mit Angriffen auf militärische und zivile Ziele in der gesamten Golfregion und im Nahen Osten. Die militärischen Aktivitäten haben regionale Spannungen verstärkt und internationale Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die Zukunft des Irans ist ungewiss. Nach dem Tod des geistlichen Führers Ali Chamenei muss sich das Regime neu aufstellen. Zudem spielt die strategisch wichtige Meerenge von Hormus eine bedeutende Rolle für den internationalen Energiehandel und könnte im Falle einer weiteren Eskalation zu zusätzlichen geopolitischen Risiken führen, wie etwa Auswirkungen auf die globale Versorgung und Ölpreise.

Hinweise für Lehrkräfte zum Umgang mit dem Thema Krieg im Unterricht

Der Iran-Konflikt bietet eine Gelegenheit, politische und gesellschaftliche Spannungen zu verstehen und kritisch zu hinterfragen. Lehrkräfte können Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, die Hintergründe der Proteste zu erfassen, den Umgang mit Quellen zu üben und verantwortungsbewusst mit Nachrichten über Konflikte umzugehen – für eine differenzierte und reflektierte Auseinandersetzung mit aktuellen Themen.

Die Schülerinnen und Schüler sollten zunächst die politischen und gesellschaftlichen Spannungen im Iran verstehen. Dazu ist es wichtig, sowohl die historischen Hintergründe als auch die aktuellen Proteste zu erläutern. 

Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Auswirkung internationaler Konflikte auf das Land. Erläutern Sie den Schülerinnen und Schülern die militärische Eskalation zwischen dem Iran, den USA und Israel sowie die geopolitischen Implikationen, z. B. in Bezug auf den internationalen Handel und die Meerenge von Hormus. Dabei sollte auch der Einfluss auf den Nahen Osten als Krisenregion thematisiert werden. 

Schaffen Sie zudem Raum für Lösungen und Diskussionen, wie man zu einer friedlichen Lösung beitragen kann.

In einem politischen Kontext – im Besonderen auch mit Blick auf die Berichterstattung von Konfliktbeteiligten – ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler lernen, verschiedene Informationsquellen kritisch zu hinterfragen. Diskutieren Sie die Bedeutung der Unterscheidung zwischen Nachrichten und Meinungsartikeln und ermutigen Sie die Lernenden, unterschiedliche Perspektiven zu berücksichtigen (z. B. im Rahmen eines Vergleichs der Berichterstattung in verschiedenen Medien), um eine differenzierte Sicht auf die Ereignisse zu ermöglichen.

Vermeidung von Verallgemeinerungen und Stereotypen

In Diskussionen über den Iran und andere Länder im Nahen Osten muss darauf geachtet werden, dass keine verallgemeinernden oder stereotypischen Aussagen getroffen werden, die die gesamte Bevölkerung eines Landes in eine negative Richtung lenken. Die Lehrkraft sollte auch darauf hinweisen, dass die politische Lage im Iran von einer breiten gesellschaftlichen Diversität geprägt ist und die Menschen dort nicht homogen denken oder handeln.

Hinweis: Die Berichterstattung über Kriege und die Beteiligung von Kriegsparteien ist aus verschiedenen Gründen schwierig und komplex, denn oft betreiben Kriegsparteien Propaganda und/oder stellen Informationen verzerrt dar. Journalisten sind in Kriegsgebieten durch Zensur, Einschränkungen und die Gefahr von Gewalt bedroht. Der Zugang zu verlässlichen Informationen ist oft begrenzt, und die Verbreitung von Desinformation erschwert die genaue Berichterstattung. Zudem müssen Journalisten eine moralische Verantwortung abwägen, um das Leid der Betroffenen nicht weiter zu traumatisieren und objektiv zu bleiben. Kriegsberichterstattung beeinflusst zudem politische Entscheidungen, weshalb eine verantwortungsvolle, faktenbasierte Darstellung entscheidend ist.

s. hierzu z. B.

  • ZDF heute: Iran-Angriff: Welche Videos sind echt und welche fake? (Link)

Kriege und Konflikte können bei Schülerinnen und Schülern Angst oder Unsicherheit hervorrufen, insbesondere wenn sie von eigenen Erfahrungen betroffen sind oder solche Themen aus den Nachrichten kennen. Es ist wichtig, die Diskussion behutsam zu führen und den Raum für emotionale Reaktionen der Schülerinnen und Schüler zu eröffnen, ohne sie zu überfordern.

In einer Zeit, in der Nachrichten über Konflikte und Gewalt allgegenwärtig sind, sollte das Thema „Wenn Nachrichten Angst machen“ zudem aktiv in den Unterricht einbezogen werden. Es ist wichtig, den Schülerinnen und Schülern zu zeigen, wie man mit ängstigenden Nachrichten umgehen kann, ohne sich von ihnen überwältigen zu lassen. Schülerinnen und Schüler sollten darin geschult werden, kritisch und verantwortungsbewusst mit Medien umzugehen. Dabei geht es nicht nur um die Überprüfung von Quellen, sondern auch darum, die eigene emotionale Reaktion zu verstehen und sich nicht von Angst oder Übertreibung leiten zu lassen.

Hinweise und Unterstützungsmaterialien zur Thematisierung von Krieg im Unterricht und zum Thema „Wenn Nachrichten Angst machen …“ finden Lehrkräfte auf den folgenden Seiten:

  • Klicksafe: Medien – Umgang mit Krieg im Unterricht (Link)
  • Medienführerschein Bayern: Wenn Nachrichten Angst machen (Link) (Unterrichtsmaterialien für die Klassen 1/2 und 3/4)
  • mebis Magazin: Wenn Nachrichten überfordern und belasten (Link)

Aktuelle Nachrichtenmeldungen

Einen Überblick über aktuelle Nachrichtenmeldungen können z. B. den folgenden Seiten entnommen werden:

  • ZDF heute Liveblog (Link)
  • BR: Nachrichten Ticker Iran (Link)
  • ARD Liveblog (Link)
  • ARD: FAQ Eskalation in Nahost: Was über den Angriff auf Iran bekannt ist (Link)
  • euro|topics: US-Angriff auf den Iran: Was sind die Folgen? (Link)

Materialien im Netz

Die folgenden Materialien bieten Lehrkräften Hintergrundinformationen sowie Unterrichtsmaterialien und Anregungen für die Praxis. Aufgrund der Aktualität des Themas und der dynamischen Lage stehen derzeit noch nicht viele Materialien zur Verfügung. Zudem kann sich die Situation kurzfristig ändern. Die Inhalte auf dieser Seite werden zwar regelmäßig aktualisiert, können aber nicht alle Echtzeit-Entwicklungen vollständig abbilden.

Das Dossier beleuchtet unterschiedliche Facetten Irans und bietet folgende inhaltliche Schwerpunkte und Formate:

  • Beiträge und Interviews zum politischen System Irans, zu innen- und außenpolitischen Konflikten und Krisen, zur regionalen und internationalen Rolle des Landes, zur jüngeren Geschichte, zur Wirtschaft und zur iranischen Gesellschaft
  • Hintergründe und Interviews zu aktuellen Protesten und zu den letzten Präsidentschaftswahlen
  • Erklärfilm zur Geschichte der Islamischen Republik Iran 1979-2020
  • Infografiken zu verschiedenen Themenkomplexen

> zur Website (Link)

Das Dossier der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg zum Nahostkonflikt bietet Lehrkräften kompakte Hintergrundinformationen, aktuelle Analysen und Unterrichtsmaterialien für eine sachliche und differenzierte Behandlung des Themas im Unterricht.

> zur Website (Link)

Die Seite „Länderdossier – Iran“ auf Hanisauland bietet ein kindgerecht aufbereitetes Länderprofil mit grundlegenden Informationen zu Geografie, Politik, Geschichte, Wirtschaft und Gesellschaft des Iran. In einfacher Sprache und mit Bildern vermittelt sie Kindern und Jugendlichen Basiswissen über das Land.

> zur Website (Link)

Servicestelle Friedensbildung Baden-Württemberg

Die Seite „Iran Konflikt“ der Servicestelle Friedensbildung Baden-Württemberg bietet eine didaktisch aufbereitete Analyse des innerstaatlichen Konflikts im Iran. Sie erläutert Hintergründe, Ursachen und Akteure, stellt historische Entwicklungen dar und beschreibt Formen von Protest und staatlicher Repression. Zudem enthält sie Materialien und Methoden für den Unterricht, um den Konflikt aus friedenspädagogischer Perspektive zu bearbeiten.

> zur Website (Link)

Die Seite von ufuq.de (2023) bietet Lehrkräften Impulse für den Unterricht zum Thema Proteste im Iran. Sie unterstützt einen diversitätssensiblen und diskriminierungskritischen Umgang und fördert den respektvollen Dialog über Politik, Menschenrechte und gesellschaftliche Veränderungen. Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern ein vertieftes Verständnis für den Iran und die Protestbewegungen zu vermitteln und Diskriminierung zu hinterfragen.

> zur Website (Link)

Die Animationsfilm-Reihe „Zuflucht gesucht“ erzählt die Fluchtgeschichten von fünf Kindern aus verschiedenen Ländern (Afghanistan, Simbabwe, Iran, Zentralasien, Eritrea), die in Großbritannien Schutz gefunden haben. In einfacher Sprache berichten sie von ihren Gründen zur Flucht, ihren Ängsten, Verlusten sowie ihren Hoffnungen für die Zukunft. Die Filme ermöglichen besonders jüngeren Schülerinnen und Schülern einen Zugang zu den Themen Flucht, Asyl und Vertreibung. Ergänzend stehen kostenlose Arbeitsblätter für Kinder ab 8 Jahren, pädagogische Handreichungen sowie die Folgen in der Originalfassung mit englischen Untertiteln zur Verfügung.

> zur Website (Link)

Das Video „Musik zwischen Protest und Party“ beleuchtet, wie Musik als Medium für politische Botschaften genutzt wird. Die Musikjournalistin Tamara Güclü und Rapper Boshi San diskutieren, ob Musiker eine Verantwortung haben, in ihren Texten Haltung zu zeigen. Ein Beispiel hierfür ist der iranische Protestsong „Baraye“ von Shervin Hajipour, der nach dem Tod von Mahsa Amini im September 2022 entstand. Der Song, der aus den Wünschen von Iranerinnen und Iraner besteht, wurde innerhalb von 24 Stunden 40 Millionen Mal aufgerufen. Nach Hajipours Verhaftung wegen „Propaganda gegen das Regime“ erlangte der Song weltweit Bekanntheit und wurde für einen Grammy nominiert. Der Fall zeigt, welche gesellschaftlichen Kräfte Musik in repressiven Regimen freisetzen kann.

> zur Website (Link)

Medien

  • MrWissen2go: Iran - Perserreich, islamische Revolution, Konflikt mit Israel (Link)
  • Bundeszentrale für politische Bildung: Iran 1979-2020: Geschichte, Machtgefüge und Krisen (Link)
  • MrWissen2go: Proteste im Iran – Stürzt jetzt die Regierung? (Januar 2026) (Link)
  • ZDF goes Schule: Was ist das Atomprogramm des Iran? (Link)
  • MrWissen2go: Warum haben nur bestimmte Länder Atomwaffen? (Link)
  • ARTE, Mit offenen Karten - Die Arte‑Seite „Mit offenen Karten“ bietet animierte Videos, die die geopolitische Lage des Iran erklären. Thematisiert werden unter anderem Irans Rolle im Nahen Osten, regionale Rivalitäten (z. B. mit Saudi-Arabien) und Konflikte mit Israel, anschaulich anhand von Karten und Hintergrundanalysen. (Link)
  • Podcast - Tagesschau vom 28.02.2026: Großangriff auf den Iran – Israel und USA starten Militäraktion (Link)

Stand: 02.03.2026